Die Geburt

 

Die Geburt und was Sie darüber wissen sollten

 

Geburtsprobleme beim Pferd sind immer Notfälle und erfordern ein sofortiges verständigen der Tierärztin. Da die Trächtigkeit beim Pferd zwischen 320 und 360 Tagen dauern kann, ist es wichtig die Anzeichen einer bevorstehenden Geburt zu erkennen, um diese auch überwachen und im Notfall eingreifen zu können. Es gibt mehrere sogenannte Geburtenwächter die Schweiß oder Lage der Stute ermitteln, oder welche die in die Vulva eingebracht werden und bei Veränderung der Lage einen Alarm auslösen. Diese Wächter können fehlerhaft sein und sollten eine Überwachung durch den Menschen nicht ersetzen. Die meisten Stuten (ca. 90%) bringen ihre Fohlenn dann zur Welt, wenn es ruhig im Stall ist, also in der Nacht. Sie sollten sich also, eine geeignete 24 Stunden Überwachung überlegen, ohne die Stute dabei zu sehr zu stören. Je näher die Geburt rückt, desto engmaschiger muss die Überwachung sein.

Das wichtigste in Kürze:

  • Überwachen Sie die tragende Stute
  • Rufen Sie ihre Tierärztin wenn -die Geburt  zu lange (> 20 min.) dauert, -das Fohlen nicht in der richtigen Position liegt
  • Schneiden oder reißen Sie die Nabelschnur nicht ab
  • Kontrollieren Sie den vollständigen Abgang der Nachgeburt innerhalb von 2 Stunden
  • Achten Sie auf eine ausreichende Aufnahme von Kolostrum

Vorbereitung

 

Im letzten Trächtigkeitsstadium sollten Sie die Stute in eine geeignete Abfohlbox umstellen. Die Box muss ausreichend groß und gut eingestreut sein, am besten mit Stroh.

Überwachen Sie die Stute nun gut, auch in der Nacht.

Leichte Bewegung und Koppelgang sind wichtig, allerdings sollte sich die Stute nicht überanstrengen und auch Stress sollten Sie vermeiden.

Achten Sie auf qualitativ hochwertiges Futter und eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen. Die Futtermenge und Fresszeit sollten ausreichend sein ohne, dass die Stute zu fett wird.

Entwurmen Sie die Stute in den letzten zwei Trächtigkeitswochen oder direkt nach der Geburt, um eine Infektion des Fohlens über die Milch oder den Kot der Stute zu vermeiden.

Um einen optimalen Schutz für das Fohlen, durch maternale Antikörper, zu gewährleisten, sollten die Impfungen gegen Herpes im 9. Trächtigkeitsmonat, gegen Tetanus und Influenza 4-6 Wochen vor der Geburt verabreicht werden.

 

Die Phasen der Geburt

 

* Vorbereitungsstadium: Im Vorbereitungsstadium, wie schon der Name sagt, bereitet sich die Stute auf die bevorstehende Geburt vor. Die Beckenbänder werden weich und fallen ein, das Euter wird größer und es bilden sich Harztropfen, die Flankengegend fällt ein (birnenförmiges Abdomen). Die Anzeichen treten meist einige Tage vor dem Abfohlen auf, können aber auch erst ein paar Stunden vor Geburtsbeginn erscheinen.

 

* Öffnungsstadium: Die Wehen setzen ein und treiben das Fohlen in den Geburtsweg. Die Stute beginnt zu schwitzen ist unruhig, schlägt sich gegen den Bauch und legt sich immer wieder hin (Achtung nicht mit einer Kolik verwechseln!). Diese Phase dauert ca. 2 Stunden, kann aber bei Störung unterbrochen und dadurch verlängert werden.

 

* Austreibungsstadium: Dieses beginnt mit dem Sprung der Fruchtblasen und dauert 5-10 Minuten!!! Nun setzen auch die Presswehen ein und die Stute legt sich nieder. Das Fohlen kommt mit den Vorderbeinen zuerst zur Welt in der sogenannten oberen Stellung (Bauchlage).

Dauert die Austreibung des Fohlens länger als 20 Minuten, ist dies ein Notfall und erfordert ein sofortiges tierärztliches Eingreifen! Häufig wird die Nabelschnur im Geburtskanal abgedrückt und die starken Wehen führen zur Schädigung des Atemzentrums und dadurch zur Hypoxie (Sauerstoffmangel) des Fohlens. Zusätzlich kann es auch zu Verletzungen der Stute kommen.

Sollten die Fruchthüllen bei der Geburt nicht aufreißen, müssen Sie diese selbst eröffnen, damit das Fohlen Atmen kann.

 

Nach der Geburt

 

Ist das Fohlen dann zur Welt gekommen, ist es über die Nabelschnur noch mit der Mutter verbunden. Durchtrennen Sie diese nicht sie reißt an der geeigneten Stelle von selbst ab.

Kontrollieren Sie die Atemwege des Fohlens und befreien Sie diese von Eihautresten und Schleim.

Gebe Sie nun Fohlen und Stute Zeit sich kennen zu lernen und auszuruhen.

Die Nachgeburt sollte innerhalb von 1-2 Stunden von selbst abgehen, ziehen Sie nicht daran. Heben Sie die Nachgeburt auf um sie auf Vollständigkeit zu überprüfen. Dauert der Abgang länger als 4 Stunden so informieren Sie ihre Tierärztin.

Desinfizieren Sie den Nabel während der ersten Tage zwei mal täglich mit Jod.

 

 

Das Fohlen

 

Das Fohlen sollte nach:

  • 2-3 Minuten den Kopf heben
  • 60 Minuten Aufstehen
  • 60-120 Minuten trinken
  • 24 Stunden das Mekonium (Darmpech) abgesetzt haben
  • innerhalb der ersten 12 Stunden Harn absetzen

Die Aufnahme des Kolostrums ist für das Immunsystem des Fohlens von großer Bedeutung und sollte daher unbedingt in den ersten 6 Stunden erfolgen.

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© Katharina Prantl